Dauerstress
Dauerstress

Die Folgen von Dauerstress und was er mit uns macht

Arbeit, Haushalt, Kinder, Termine, Einkäufe – und nebenbei immer im Kopf behalten, was als Nächstes erledigt werden muss. Mental Load gehört für viele Familien zum Alltag. Doch diese unsichtbare Denkarbeit ist häufig ungleich verteilt. In unserer R.SH Themenwoche sprechen wir darüber, warum noch immer besonders viele Frauen betroffen sind – und welche Folgen die dauerhafte Belastung haben kann.

Mental Load: Wenn der Kopf nie Feierabend hat

Wer organisiert den nächsten Arzttermin? Wann braucht das Kind neue Sportsachen? Was fehlt im Kühlschrank? Wer denkt an das Geburtstagsgeschenk für die Schwiegermutter? Und wann war eigentlich noch einmal der Elternabend?

Oft sind es nicht die einzelnen Aufgaben, die zum Problem werden. Es ist die Verantwortung dafür, ständig an alles denken zu müssen. Diese unsichtbare Organisationsarbeit wird als Mental Load bezeichnet.

Gerade wenn Familienalltag, Haushalt und Beruf gleichzeitig organisiert werden müssen, kann aus diesem permanenten Mitdenken eine enorme Belastung entstehen.

Warum sind besonders häufig Frauen betroffen?

Noch immer übernehmen Frauen in vielen Familien einen großen Teil dieser Planungs- und Organisationsarbeit. Ein Grund dafür liegt laut Autorin und Mental-Load-Expertin Laura Fröhlich auch in traditionellen Rollenbildern, die sich über Generationen entwickelt haben.

Sind die Geschlechterrollen schuld?

Auch wenn sich Familien- und Arbeitsmodelle verändert haben, wirken manche Erwartungen bis heute weiter: Wer kümmert sich um die Kinder? Wer behält Termine im Blick? Wer organisiert den Haushalt und denkt daran, was noch erledigt werden muss?

Dabei geht es nicht darum, Männern oder Frauen pauschal die Schuld zu geben. Denn auch traditionelle Vorstellungen davon, wie ein Mann zu sein hat, können für Druck sorgen.

Auch Männer stehen unter Erwartungsdruck

Während von Frauen häufig erwartet wird, dass sie Familie und Alltag im Blick behalten, gibt es gleichzeitig weiterhin Erwartungen an Männer – beispielsweise die Vorstellung, finanziell besonders viel Verantwortung übernehmen zu müssen oder Probleme möglichst allein zu lösen.

Laura Fröhlich erklärt, warum deshalb auch die klassische „Männerrolle“ Belastungen mit sich bringen kann.

Auch die Männerrolle hat Druck

Ein wichtiger Schritt kann deshalb sein, sich gegenseitig bewusst zu machen, welche Verantwortung der oder die andere im Alltag überhaupt übernimmt. Denn viele Aufgaben bleiben unsichtbar, solange nicht darüber gesprochen wird.

Wenn Mental Load krank macht

Besonders belastend wird Mental Load, wenn der Kopf dauerhaft im Organisationsmodus bleibt und echte Erholungsphasen fehlen.

Davon betroffen sein können grundsätzlich alle – Frauen und Männer genauso wie Menschen ohne Kinder. Eine besonders hohe Belastung erleben häufig auch Alleinerziehende, weil viele Entscheidungen und organisatorische Aufgaben bei einer einzigen Person zusammenlaufen.

Dauerhafter mentaler Stress kann sich dabei sowohl psychisch als auch körperlich bemerkbar machen.

Mental-Load-Expertin Laura Fröhlich warnt davor, die Belastung dauerhaft zu unterschätzen.

Kann krank machen – Stichwort Erschöpfungsdepression

Ständige Erschöpfung, das Gefühl, nie richtig abschalten zu können, Schlafprobleme oder eine zunehmende Überforderung können Warnsignale dafür sein, dass die Belastung zu groß wird.

Wie lässt sich Mental Load reduzieren?

Die gute Nachricht: Mental Load muss nicht einfach hingenommen werden. Häufig hilft es bereits, die unsichtbaren Aufgaben im Alltag einmal sichtbar zu machen und offen darüber zu sprechen.

Dabei geht es nicht nur darum, einzelne Aufgaben wie Einkaufen, Kochen oder Kinderbetreuung zu verteilen. Entscheidend ist auch die Verantwortung hinter einer Aufgabe: Wer erkennt selbstständig, dass etwas erledigt werden muss? Wer plant es? Und wer denkt daran, dass es tatsächlich passiert?

Im Laufe unserer R.SH Themenwoche zu Mental Load stellen wir euch deshalb weitere Tipps, Hilfsangebote und Strategien vor, mit denen ihr eure persönliche Belastung reduzieren und den Alltag fairer organisieren könnt.