Der Reichstag in Berlin vor blauem Himmel. Auf der Wiese davor sitzen und liegen Menschen und schauen sich das Gebäude an.
Der Reichstag in Berlin vor blauem Himmel. Auf der Wiese davor sitzen und liegen Menschen und schauen sich das Gebäude an.

Alle Infos zur Bundestagswahl am 26. September

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17.08.2022, 06:55 Uhr

RSH Nachrichten

2:41

Schlagzeilen

Sportvereine in Schleswig-Holstein wegen Energiekosten in großer Sorge
Scholz will Ausgleich für Mehrwertsteuer auf Gasumlage
Entsetzen nach israelfeindlichen Aussagen von Abbas in Berlin
Polizei Bad Oldesloe sucht Taubenquäler
Schulbeginn für die Erstklässler
Gold für Zehnkämpfer Kaul und Sprinterin Lückenkemper

Deutschland hat gewählt! Nach nach 16 Jahren als Bundeskanzlerin trat Angela Merkel nicht wieder an. Es wird also eine neue Regierung geben und einen  neue Bundeskanzler. Armin Laschet von der CDU/CSU, Olaf Scholz von der SPD und Annalena Baerbock von den Grünen wollen ins Kanzleramt in Berlin. Doch nach den ersten Hochrechnungen liegen Armin Laschet und Olaf Scholz dicht beieinander - Regierungen sind für beide möglich.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Wahl

Wer sind die Gewinner und Verlierer der Wahl?

Die größten Zugewinne konnten in ganz Deutschland Grüne (+5,8% im Vergleich zur Wahl 2017) und SPD (+5,2%) verzeichnen. Auch wenn die Grünen sich wegen zwischenzeitlicher Umfragen ein besseres Ergebnis versprochen hätten, zeigten sie sich doch zufrieden mit dem besten Ergebnis ihrer Geschichte.

Die SPD feierte ihren Kanzlerkandidaten Olaf Scholz dagegen ausgiebig. Nach schwachen Umfragewerten noch vor wenigen Monaten ist den Sozialdemokraten die Aufholjagd und der Wahlsieg geglückt.

Die FDP konnte sich mit +0,7% leicht steigern, die sonstigen Parteien gewannen mit +3,2% ebenfalls stark dazu.

CDU/CSU und Linkspartei sind dagegen die größten Verlierer des Wahlsonntags: Die Union verlor 8,9% und landete nach 16 Jahren Kanzlerschaft erstmals wieder hinter der SPD auf Platz zwei.

Die Linke liegt mit 4,9% sogar unter der 5%-Hürde, wird aber trotzdem im Bundestag vertreten sein. Weil sie drei Direktmandate gewinnen konnte, greift eine Ausnahmeregelung. So werden am Ende doch voraussichtlich 39 Abgeordnete die Fraktion bilden.

So sieht das vorläufige Endergebnis aus:

Nun steht fest: So hat Deutschland gewählt! Nach aktuellem Stand ist eine Ampel-Koalition (SPD + Grüne + FDP), eine...

Posted by R.SH on Sunday, September 26, 2021

Und was fangen wir jetzt mit diesem Ergebnis an?

R.SH-Chefkorrespondent Carsten Kock mit einer ersten Einschätzung zur Bundestagswahl
R.SH-Chefkorrespondent Carsten Kock mit einer ersten Einschätzung zur Bundestagswahl
Sitzverteilung im Deutschen Bundestag.
Sitzverteilung im Deutschen Bundestag.

Wie sieht der künftige Bundestag aus?

Insgesamt werden im neuen Bundestag 735 Abgeordnete sitzen (nach vorläufigem Endergebnis). Davon gehören 

- 206 zur SPD

-196 zu CDU/CSU

-118 zu den Grünen

- 82 zur FDP

- 83 zur AfD

- 39 zu den Linken und

einer zum SSW (Süd-Schleswigscher Wählerbund).

Das bedeutet: eine Regierungsmehrheit hätte die Ampel-Koalition (SPD, Grüne und FDP), die Jamaika-Koalition (CDU/CSU, Grüne und FDP) oder eine große Koalition (SPD und CDU/CSU. Welche Regierung tatsächlich zustande kommt, wird aber wohl erst in den nächsten Wochen entschieden.

Warum ist der SSW mit einem Mandat im Bundestag vertreten?

Der Süd-Schleswigsche Wählerbund SSW ist die Vertretung der dänischen und friesischen Minderheit in Schleswig-Holstein. Als Minderheitenpartei ist der SSW von der 5%-Hürde befreit und darf trotz nur 3,2% der Stimmen in Schleswig-Holstein einen Abgeordneten in den Deutschen Bundestag schicken. Das wird Stefan Seidler sein, der als Spitzenkandidat zur Wahl angetreten war. Die benötigten ca. 40.000 konnte der SSW locker übertreffen, sodass Seidler die nächsten vier Jahre als einzelner Abgeordneter in Berlin die Interessen der dänischen und friesischen Minderheit vertreten kann.

Die Sonder-Regelung gilt übrigens auch bei Landtagswahlen, weshalb der SSW immer im Landtag in Kiel vertreten ist, sobald er genug Stimmen für ein Mandat bekommt.

Wer vertritt Schleswig-Holstein im neuen Bundestag?

Die Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteiner haben mit ihrer Erststimme in den elf Wahlkreisen entschieden, wer künftig direkt für unser Bundesland im Bundestag sitzt. Acht der Direktmandate hat die SPD für sich entschieden.

In Schleswig-Flensburg konnte sich der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck die meisten Stimmen sichern. In den Wahlkreisen 2 (Nordfriesland und Dithmarschen-Nord) und 3 (Dithmarschen Süd-Steinburg) setzten sich die CDU-Kandidaten Astrid Damerow und Mark Helfrich durch. Besonders spannend war es für Helfrich: Gerade einmal 70 Stimmen trennte ihn von seiner SPD-Mitbewerberin Karin Thissen.

Mit dem vorläufigen Endergebnis gibt es auch die Zahlen aus Schleswig-Holstein von der Bundestagswahl. Hier seht ihr,...

Posted by R.SH on Monday, September 27, 2021

So hat Schleswig-Holstein gewählt

Hier sehen Sie die Zweitstimmen-Ergebnisse aus Schleswig-Holstein. Bei uns im Land gab es eine besonders starke SPD, die die CDU mit großem Abstand auf Platz zwei verwies. Die Grünen können mit über 18% ein starkes Ergebnis einfahren, auch die FDP ist besser als in ganz Deutschland. AfD und Linke dagegen schneiden bei uns schlechter ab als in ganz Deutschland - der SSW kann sich mit 3,2% ein Mandat für den Bundestag sichern.

Auch wenn die Lage in Berlin noch unübersichtlich ist: so hat Schleswig-Holstein gewählt! Nach den Zweitstimmen ist die...

Posted by R.SH on Monday, September 27, 2021