Zwei Männer, einer mit Klemmbrett, stehen auf einer asphaltierten Fläche und drehen sich zu einem Auto um.
Zwei Männer, einer mit Klemmbrett, stehen auf einer asphaltierten Fläche und drehen sich zu einem Auto um.

Lange Führerschein-Wartezeiten: Woran liegts?

Wenn man seinen Führerschein erneuern will, einen neuen Führerschein macht oder beispielsweise einen Motorrad-Führerschein machen will, ist derzeit Geduld gefragt: in vielen Kreise in Schleswig-Holstein gibt es monatelange Wartezeiten. Ärgerlich für Prüflinge, die natürlich am liebsten so schnell wie möglich ihre Führerscheine erwerben und auch nutzen wollen.

Im Kreis Segeberg kennen die Fahrschulen das Problem, wie Matthias Böhme von der Fahrschule "die zwei" in Kaltenkirchen im R.SH-Interview schildert:

Wie stellt sich die Lage für Sie und ihre Fahrschüler dar?

Matthias Böhme von der Fahrschule "die zwei" in Kaltenkirchen

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Doch woran genau liegt das eigentlich? Das haben wir beim Kreis Segeberg nachgefragt und eine schriftliche Stellungnahme als Antwort erhalten. Kreis-Sprecherin Sabrina Müller teilte uns mit:

"Hier sind gleich mehrere Gründe zu nennen:

  1. Der von der EU vorgeschriebene Pflichtumtausch ist – coronabedingt – aus dem Fokus der Fahrerlaubnisinhaber*innen geraten mit der Folge, dass die Anträge für die Jahrgänge 1953 bis 1958 schwerpunktmäßig innerhalb von drei Monaten (November 2021 – Januar 2022) eingereicht worden sind. Dadurch kam es zu einer „Antragswelle“, in deren Folge sich die Bearbeitungszeiten über Monate hinzogen und -ziehen.
  2. Aufgrund coronabedingter Ausfallzeiten sowohl im Fahrschulbetrieb als auch bei den Fahrerlaubnisprüfungen beim TÜV kam es zu einem „Nachholeffekt“ mit erhöhten Antragszahlen, der zu längeren Wartezeiten auch in unserem „Kerngeschäft“ (Ersterteilung, Erweiterungen von Fahrerlaubnissen sowie berufsbedingten Anliegen der Antragssteller*innen wie Verlängerung der LKW-Klassen, Fahrer*innenkarten, Fahrer*innenqualifikationsnachweise, die vorrangig bearbeitet werden) geführt hat.
  3. Als weiterer Punkt ist die Personalfluktuation zu nennen, die uns in der Sachbearbeitung und beim Abbau der Rückstände immer wieder zurückgeworfen hat. Erschwerend hinzu kommt, dass das neue Personal zunächst eingearbeitet werden muss, um auch effektiv arbeiten zu können. Dies wiederum bindet Arbeitszeit der erfahreneren Sachbearbeiter*innen. Mittlerweile sind die vakanten Stellen wieder besetzt und die Einarbeitung ist in vollem Gange. Perspektivisch erwarten wir mittelfristig eine Verkürzung der Bearbeitungszeiten."

Um die schwierige Lage zu verbessern, würden "Mitarbeiter*innen aus dem Indektionsschutz und aus anderen Bereichen" die Führerscheinstelle unterstützen. Teilweise würde "freiwillig auch an Samstagen" gearbeitet, um schneller und besser voranzukommen.

Bis tatsächlich Besserung eintritt, sollten Antragsteller sich an den Tipp von Matthias Böhme halten, den er derzeit auch allen mitgibt, die sich eigentlich auf einen neuen Führerschein freuen:

Was können Menschen tun, die ihren Führerschein rechtzeitig bekommen wollen?

Matthias Böhme von der Fahrschule "die zwei" in Kaltenkirchen

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