Frontalangriff auf Google: Mit dem sofortigen Wechsel von Hotmail zu Outlook.com will Microsoft mehr Nutzer erreichen und Marktmacht gewinnen. Es sollen Veränderungen im Onlinedienst stattfinden, die für User attraktiver sind. Dazu zählt unter anderem die Möglichkeit, Outlook.com mit sozialen Netzwerken wie Twitter, Facebook oder LinkedIn zu verknüpfen. Microsoft hat den Trend offenbar erkannt.
Auch per E-Mail zugesandte Dokumente können ab sofort via Outlook.com angeschaut und überarbeitet werden. Dies funktioniert über die von Microsoft integrierten Onlineversionen von Word, Excel und Power-Point. Aber wie gelange ich als Hotmail-Nutzer zu Outlook.com?
Wenige Mausklicks genügen
Weltweit nutzen rund 350 Millionen Menschen den E-Mail-Dienst Hotmail. Diese Nutzer sollen nun alle zu Outlook.com umziehen. Und das funktioniert nach Angaben des Herstellers mit wenigen Mausklicks. Alte E-Mails, Kontaktdaten und Einstellungen sollen dabei unkompliziert ins neue System übertragen werden können.
Sticheleien gegen Google
"Wir lassen Sie entscheiden, ob Sie Ihren E-Mail-Account mit sozialen Netzwerken verknüpfen wollen und welches Sie dann nutzen möchten", teilte Microsoft-Manager Chris Jones über den Firmen-Blog mit. Das war Seitenhieb Nummer eins gegen Konkurrenten Google. Dieser hatte seinen Dienst Gmail von Beginn an mit dem eigenen sozialen Netzwerk Google+ verzahnt. Jones versprach weiterhin: "Wir scannen Ihre E-Mail-Inhalte oder Anhänge nicht und verkaufen sie nicht an Werbetreibende oder andere Firmen". Das sitzt! Denn bekannt ist, dass Google-Systeme das Gmail-Postfach automatisch durchforsten, um so passende Textwerbung einzublenden.
Es bleibt spannend im Duell der Onlinegiganten. Noch hat Google mit rund 425 Gmail-Nutzern allerdings die Nase vorn. Da hilft vorerst auch kein Kratzen und Beißen, Microsoft. (kr)

